Dein Mirror kennt dich besser als du selbst
Dein Mirror kennt sich besser als du selbst (pixel2013 / pixabay.com)

Dein Mirror kennt dich besser als du selbst

10 Jahre nach “Das System“ beschäftigt sich Karl Olsberg in seinem Buch “Mirror“ wieder mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI). Herausgekommen ist ein Tech-Thriller, der in einer nahen Zukunft spielt und sich technisch sehr realitätsnah an Dingen orientiert, die heute fast alle bereits machbar sind. Das Buch beschreibt eine Dystopie, die wir Menschen ohne Probleme in den nächsten Jahren umsetzen könnten, und ist damit eine deutliche Warnung vor dem falschen Einsatz von KI.

Die zwei Seiten des Mirrornet

Mirrornet ist sowohl ein VR- (Virtual Reality) als auch ein AR-(Augmented Reality) System, das die Menschen über Datenbrillen miteinander vernetzt und alles tut, um sie glücklich zu machen. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass die Optimierung der Zielfunktion des Mirrornet sich nicht auf das Glück und die Zufriedenheit des einzelnen Individuums bezieht, sondern offensichtlich eine Optimierung in Bezug auf die Mirror-Träger als Gemeinschaft vornimmt. Damit empfiehlt sie ganz klar nicht immer das Beste für den einzelnen Menschen.

Negativbeispiel?!

Karl Olsberg zeigt auf, wo wir enden können, wenn wir kybernetische Systeme bauen, die uns Menschen verbessern und unsere Möglichkeiten erweitern sollen. In Mirror steuern diese Systeme das menschliche Verhalten, wissen stets, was ihre Träger fühlen und wollen und dringen immer weiter in deren Leben ein.

“Was passiert bei falschem Einsatz von #KI ?“

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Das Buch ist gut recherchiert und bietet damit einen guten Einblick zu den schon bald machbaren technischen Entwicklungen im Rahmen der Digitalisierung. Leider ist das, was die Machthaber in der Geschichte aus diesen Möglichkeiten entwickeln, eindeutig negativ. Daher wird dieses Buch wahrscheinlich nicht dazu beitragen, die Nutzung von Technologien in die richtige Richtung zu schubsen, damit solche Dinge wie im Roman nicht geschehen. Stattdessen ist zu befürchten, dass die Geschichte eher zu einer generell breiteren Ablehnung von VR- und AR-Technologien führt.

Wunsch nach Komplexität

Der Sprachstil ist einfach, die Charaktere simpel und das Buch liest sich flüssig. Mir hat als begeisterter Leser bisheriger Olsberg-Bücher aber klar ein wenig Komplexität bei den Charakteren und der Handlung gefehlt. Als Anschauungs-Roman für die negative Nutzung von aktuellen Technologien ist die Geschichte ganz nett, aber sicher kein literarischer Hochgenuss.

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Karl Olsberg
Mirror: Thriller
Aufbau Taschenbuch Verlag, 400 Seiten, 12,99 Euro
Kindle-Ausgabe 9,99 Euro

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