eHealth reloaded – Warum der Einstieg in die as a Service Welt endlich gelingen kann
eHealth reloaded: Warum der Einstieg in die as a Service Welt endlich gelingen kann - Bild: pixabay.com/geralt

eHealth reloaded – Warum der Einstieg in die as a Service Welt endlich gelingen kann

Die Richtung für die Anbieter von eHealth-Lösungen ist klar: Direkter Nutzen und damit as a Service Geschäftsmodelle entstehen durch die Einbindung der Konsumenten. So machen es Google, Facebook und Apple vor. Der Konsument heißt im Gesundheitswesen Patient – und schon hat man eine Geschäftsidee, mit der man Investoren für sich gewinnen kann. So oder ähnlich ist anscheinend die Logik der Lösungsanbieter. Stellvertretend etwa LifeTime, das als neue Erfolgsgeschichte gefeiert wird.

Aber mal ehrlich: kann es sinnvoll sein, dass ein Startup, das Gesundheitsinformationen wie Befunde und Röntgendaten auf den Smartphones der Patienten speichert und verwaltet, eine eigene Sicherheitsinfrastruktur mit eigener Hardware für jede angeschlossene Arztpraxis aufbaut?

Ganz sicher nicht. Denn schließlich beißen sich Konzerne und auch die Gematik schon länger die Zähne am Thema sichere Bereitstellung von Gesundheitsdaten aus.

Gesunde brauchen keine digitale Krankenakte

Schaut man sich die Analyse von Healthbytes an, ist LifeTime mit seinem wahnwitzigen Ansatz nicht alleine. Ein Großteil der eHealth-Anbieter fokussiert auf die Integration der Patienten. Dabei sind die Vorbehalte der Patienten riesengroß, wie zahlreiche Studien zeigen. Und alle Anbieter rennen immer wieder in die gleiche Falle: Ein eigentlich gesunder Mensch, der mal ab und zu ein Zipperlein hat, hat einfach keinen Bedarf an einer App für Gesundheits- oder Krankheitsdaten.

Die Menschen mit einem echten Bedarf für diese Leistungen sind die chronisch Kranken. Und auf die stürzen sich nicht nur die eHealth-Anbieter, sondern auch die Pharmabranche und viele weitere Dienstleister. Eher unwahrscheinlich, dass man mit dieser Zielgruppe das Gesundheitswesen digital transformiert und eine Community schafft, deren Mitglieder gerne auf elektronische Helfer und Apps zurückgreifen.

Und was machen die Ärzte? Selbsthilfe in der Grauzone

Völlig unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung fliegen offensichtlich die Ärzte und Healthcare-Professionals. Ihnen wird oft  IT-Müdigkeit und Technik-Verweigerung-vorgeworfen. Völlig zu Unrecht, wie dieser Artikel der Ärztezeitung zeigt.

“Ärzte haben Bedarf, sich untereinander digital auszutauschen. Zur Not via Messenger. Und der #Datenschutz?!“

Twittern WhatsApp

Mehr als 30 Prozent der Ärzte nutzen Apps wie WhatsApp, um sich mit Kollegen über Fälle auszutauschen. Dies ist datenschutzrechtlich natürlich absolut bedenklich. Aber bevor wir den Datenschutz mal wieder missbrauchen, um Innovation zu verhindern, sollten wir das Positive an diesen Zahlen erkennen: Es besteht ein Bedarf der Ärzte und anderer Healthcare-Professionals, sich untereinander digital auszutauschen. Selbst eine einfache Messenger-Applikation befriedigt schon einen Grundbedarf und ist geeignet Nutzen zu stiften.

Datenschutz als Verhinderer

Wieviel besser müsste dieser Bedarf mit einfachen und für die jeweilige Kommunikationsaufgabe optimierten Apps gestillt werden können? Aber da kommt das Thema Datenschutz schon wieder um die Ecke. Diesmal als Argument der Anbieter von Lösungen, denn der Datenschutz und seine Anforderungen schrauben die Kosten für die IT- und App-Anbieter in die Höhe.

So machen App- und IT-Lösungsanbieter und auch Startups erstmal einen Bogen um den Gesundheitsbereich, obwohl dort ein echter Bedarf besteht. Diese Herausforderung hat comuny  erkannt und bietet mit seiner Sicherheits-API mit zugehöriger Plattform eine kostengünstige Alternative für App- und Lösungsanbieter im Gesundheitswesen an. Damit kann das Thema Datenschutz bei der hochsensiblen Kommunikation mit Gesundheitsdaten ohne großen Aufwand gelöst werden.

Perspektivenwechsel für einen neuen Ansatz

Der Bedarf an digitaler Transformation im Gesundheitswesen wird weiter steigen. Daher ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Patienten mit den Füßen abstimmen und sich den Arzt oder das Sanitätshaus suchen, welches einen ähnlichen Service bietet wie Google oder Amazon. Digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen werden dabei nicht über den Verkauf der Daten funktionieren, sondern über Senkung der Prozesskosten und Steigerung von Service, der dann auch von Patienten, Ärzten und weiteren Akteuren im System bezahlt wird.

“comuny: Sicherheits-API mit Plattform für digitale Transformation im Gesundheitswesen“

Twittern WhatsApp

Doch genau da, wo der Nutzen für alle sehr groß erscheint, hat die Einführung der Gesundheitskarte  und der damit verbundenen Infrastruktur schon heute als „Top Down“ Ansatz bewiesen, dass sie nur einen Mehrwert für das Gesamtsystem, aber nicht für den einzelnen Akteur bieten kann. Mobile, smarte Lösungen, die einen hohen Sicherheitsstandard beim Umgang mit Gesundheitsdaten erfordern, werden sich in den kommenden 10 Jahren wohl nur schwer mit der Gesundheitskarte realisieren lassen.

comuny hat mit einem „Bottom Up“-Ansatz gute Chancen, Anwender von nutzenstiftenden Mehrwertdiensten auf die Plattform zu bekommen. Wenn das gelingt, erleben wir eine echte digitale Transformation, die das Potential besitzt, Kommunikation und Versorgung im deutschen Gesundheitswesen nachhaltig zu verbessern.

Bis dahin…

Jeder Arzt, der sich heute schon in die Grauzone der Messenger-Apps vorwagt und damit herum experimentiert, ist damit vom Ansatz her auf dem richtigen Weg. Denn er nutzt hoffentlich morgen schon eine der vielen neuen Apps, die auf Basis der comuny-Idee entstehen können.

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