GapGether Working: wir alle müssen neu lernen, wie wir zusammen arbeiten

GapGether Working: wir alle müssen neu lernen, wie wir zusammen arbeiten (Bild: geralt/pixabay.com)
GapGether Working: wir alle müssen neu lernen, wie wir zusammen arbeiten (Bild: geralt/pixabay.com)

Dass es nicht so weiter gehen kann, ist jedem von uns klar: Keine Schule, keine Kultur, kein gemeinsames Essen – und in weiten Teilen auch kein physisches Einkaufen und keine bzw. eingeschränkte Arbeit im Büro oder in der Fabrik. 

Immerhin haben wir schon neu gelernt, wie wir Lebensmittel einkaufen können, ohne uns gegenseitig allzu sehr zu gefährden: Mit Abstand, Geduld und Dankbarkeit.

Wie es genau weiter geht, weiß keiner so genau. 

Obwohl sich die Informations-Lage nur von Woche zu Woche ändert, wird täglich darüber berichtet. Doch mit wirklicher Information hat das nichts zu tun, wenn Medien Zwietracht in das eigentlich gut laufende Krisen-Management von Politik und Behörden säen.

Wieso erwarten wir von unserem Staat in dieser Situation wie selbstverständlich Hilfe und Unterstützung, obwohl die meisten Bürger seit Jahren über Staatsversagen klagen und die Staatsquote in Deutschland für viel zu hoch halten?

Es geht nicht um „die Wirtschaft“ sondern um die Gesellschaft

Klar ist indes, dass wir wieder mit dem Arbeiten – im Sinne von volkswirtschaftlich tätig sein – beginnen müssen. Und zwar möglichst bald. Denn (auch) unser Staat kann die aktuelle Situation nur noch über sehr wenige Wochen finanzieren, bevor einzelne oder viele Staaten auf diesem Planeten gleichzeitig wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen.

Das Geld, das der Staat jetzt ausgibt, müssen wir alle gemeinsam in Zukunft erwirtschaften. Es ist also etwas verquer, „der Wirtschaft“ zu unterstellen, sie hätte Interesse an der Wiederaufnahme der flächendeckenden Arbeit und „die Wirtschaft“ sei aus kapitalistischer Niedertracht bereit, dafür den Tod vieler Menschen in Kauf zu nehmen.

Es muss im Interesse jedes Einzelnen von uns sein, möglichst bald wieder Arbeiten gehen zu können! Nur so kann Gesellschaft – also das Zusammenspiel von Wirtschaft, Mensch und Staat – in einer arbeitsteiligen Welt funktionieren. 

Was wir schon gelernt haben

Gelernt haben wir das beim Lebensmittel Einkauf: es geht, wenn WIR uns ändern!

Widerwillig akzeptiert haben es die meisten Menschen bei der Reduktion der physischen sozialen Kontakte. Wenn man sich die Zahlen von Google anschaut, dann sieht man, dass es nicht alle akzeptieren sich persönlich einzuschränken, um andere zu schützen. (Die Bayern zum Beispiel scheinen nicht nur zur Wiesn ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Nähe zu haben. ;-))

Jetzt müssen wir NEU lernen, wie wir wieder arbeiten gehen können, ohne uns und andere zu gefährden.

Genau diese Chance, über eine sichere Gestaltung ihrer Arbeit nachzudenken, haben Pfleger, Ärzte, Lebensmittelverkäufer oder Kassierer nicht gehabt. Sie haben es einfach getan bzw. sie mussten es einfach tun. Und dafür können und müssen wir ihnen dankbar sein. Systemrelevant sind wir aber alle. Wer Wirtschaft verstanden hat, der weiß, dass wir abrupt auf keine Branche verzichten können. Zum Überleben können wir auf eine Branche wie Urlaubsreisen/ Tourismus verzichten. Aber im wirtschaftlichen Miteinander würde es Jahre dauern, den dauerhaften Wegfall dieser Branche zu verarbeiten.

New Work ist auf Dauer nicht die Lösung

Die Anhänger von New Work haben zuerst gejubelt: Ja, wir wissen schon lange, wie man digital von zu Hause arbeitet. Inzwischen ist klar, das Arbeiten im HomeOffice für ein paar (wenige!) Tage ganz nett ist. Diese Grenze ist aber inzwischen bei uns allen überschritten. Die direkte menschliche Interaktion – auch mit den bisher vielleicht manchmal verhassten Arbeitskollegen – ist für uns Menschen, für unser seelisches Gleichgewicht, unsere Leistungsfähigkeit, unsere Kreativität und unsere Zufriedenheit unerlässlich.

Also werden auch die Menschen, die rein theoretisch überall, also sogar von zu Hause aus, arbeiten können, wieder neu lernen müssen, wie sie eine neue Form von Büro Arbeit organisieren, damit menschliche Interaktion mit möglichst geringer Gefährdung möglich wird.

GapGether Working

Mit Lücke (gap) und doch zusammen (together) – das ist die Herausforderung und unsere Chance: GapGether Working! Doch wie das genau in unserem eigenen Job gehen soll, das sagt uns kein Chef, kein Staat, keine Gewerkschaft und auch kein Arzt. Denn es kennt sich (noch) niemand damit aus. Die Experten sind wir selbst, indem wir in uns hineinhorchen und uns fragen, wann und wofür wir den menschlichen Kontakt benötigen und wie wir die Gefahr reduzieren können, ohne in einem virensicheren Raumanzug herum zu laufen.

GapGether Working – in der Produktion

In der Logistik und vielen Produktions-Bereichen wurden in den letzten Wochen schon massive Anpassungen an Abläufen vorgenommen. Sei es durch die Einführung eines Drei-Schicht-Betriebs, um unabhängige Teams zu haben und damit in resilienter Form den Gesamt-Prozess anbieten zu können. Oder das Schließen der Kantinen; die Festlegung, dass Fahrer der Anlieferung sich nicht mehr in den Produktionsgebäuden aufhalten dürfen. Dezentrale Material-Depots in Produktionsanlagen und die Festlegung von Einbahnstraßen für Laufwege innerhalb der Produktion sind weitere Beispiele für GapGether Working in der Produktion.

Die Möglichkeiten sind riesig und mit Sicherheit noch nicht ausgeschöpft. Die Unternehmen mit den kreativsten Mitarbeitern können sich in diesen Zeiten große Vorteile erarbeiten!

GapGether Working – im Büro

Solche Ansätze lassen sich auch auf den Büro-Alltag übertragen: Keine Gespräche in der engen und gemütlichen Kaffeeküche. Vielleicht auch ein Mix zwischen Arbeiten im Home-Office und im Büro. Arbeiten in mehreren Schichten zwischen 7:00 und 19:00 Uhr mit geringem Überlapp wäre eine weitere Idee.

Aber auf jeden Fall wird GapGether Working im Büro ein Mix mit mehr digitaler Arbeitstechnik werden: Video-Konferenzen, Cloudbasierte Collaboration-Lösungen und digital Workplace Lösungen werden verstärkt in den Office-Alltag eingebunden werden.

Klar kennen wir das schon irgendwie. Aber nutzen wir die Möglichkeiten wirklich richtig und sinnvoll? 

GapGether Shopping

Damit die produzierten Waren auch verkauft werden können, benötigen wir offene Geschäfte, Möbelhäuser, Autohäuser und Elektronikläden.

Vielleicht bringen uns die Erfahrungen aus diesen Wochen auch in diesem Bereich einen Riesenschub in Richtung Digitalisierung: kompetente Fachberatung sowohl im Geschäft als auch per Video von zu Hause mit einem persönlichen Ansprechpartner. Ein Mix aus Online- und Offline-Handel. Aber auf jeden Fall eine Besinnung auf die Kernkompetenzen.

Hier hoffe ich auf echte Innovationen für ein GapGether Shopping. Ich hatte zumindest schon ein tolles kundenfreundliches Erlebnis bei der Telefonberatung mit anschließendem Vorbeibringen und der Möglichkeit zur Anprobe von Laufschuhen!

Und irgendwann auch: GapGether Social, GapGether Dining und GapGether Culture

Es wäre doch schön, wenn wir möglichst bald wieder mit dem gemeinsamen Essen mit Freunden und Familie anfangen könnten. Aber Halt, Stopp! Leider ist es ganz einfach so: Wie wir es bei unseren Kindern fordern, kommt vor dem Spiel die Arbeit. Und wenn wir nicht alle so schnell wie möglich irgendwie wieder zur Arbeit zurückkommen, dann wird das auch mit dem gemeinsamen Genießen keine echte Perspektive haben.

In dieser Hinsicht waren wir in den letzten drei Wochen ja durchaus schon kreativ mit Video-Weintrinken und Video-Gesellschafts-Spiele Abenden.

Dabei gilt es den natürlichen Egoismus zu überwinden. Wer merkt schon, wenn ich mich bei mir zu Hause mit fünf Kumpels treffe? Klar, erst mal keiner. Aber wenn das jeder macht, dann merken wir es alle.

Jetzt sind wir gefordert 

Erst sagt uns die Kanzlerin, es kommt auf jeden von uns an. Und jetzt wird uns noch mehr abverlangt: Jeder von uns soll sich selbst Gedanken machen, wie er für sich und für andere das Leben in Zeiten des Corona-Virus neu gestaltet. GapGether für alle Lebensbereiche.

Da war es doch früher irgendwie alles besser, als wir noch gemeinsam über die Politiker meckern konnten, oder über den Chef oder die Kollegen.Wir haben tatsächlich ALLE in dieser Krise die Möglichkeit und die Aufgabe, etwas zu verändern. Es kommt aktuell auf die parallele Veränderung von tausenden von Kleinigkeiten an, um Wirtschaft wieder als Ganzes zu ermöglichen. Es geht aktuell nicht um die eine große innovative Idee eines Superhirns. Es geht um die vielen kleinen Ideen von uns allen gemeinsam. Jetzt zeigt sich, ob wir aus unserer Freiheit und Offenheit wirklich etwas machen können.