Machtpolitische Spielchen im Weltall

4. April 2018

Die Galaktische Mission ist der sechste Band in John Scalzis Krieg der Klone-Saga. Zuvor, zwischen dem fünften und dem sechsten Band, hat Scalzi mit „Das Syndrom“ noch einen Ausflug in die Welt von Bewusstsein und Körper in unserer digital vernetzen Welt gemacht – ganz ohne galaktische Kriege. Diese Pause und der Abstand zum vorherigen Band sind für den Leser spürbar.

Mission mit Schwächen

Ging es in Band Nummer fünf („Die Einheit“), genau wie in den Folgen davor, noch ausschließlich um die Erlebnisse von Harry Wilson, dem KVA-Soldaten auf seinem Dauereinsatz zwischen Galaxie-Verständnis und nächster Mission, so ist das in Galaktische Mission alles etwas anders:

  • Die technischen Beschreibungen sind nicht so detailverliebt und überraschend, wie die Leser es von Scalzi gewohnt sind.
  • Richtige Lacher wie in den Bänden davor gibt es in dieser Folge nicht.
  • Die Erzählung aus drei verschiedenen Ich-Perspektiven ist, auch wenn sie nacheinander erfolgt, ein wenig verwirrend.

Dafür gibt es schier endlose Politik-Logikketten, die an der einen oder anderen Stelle anmuten wie House of Cards – nur eben im Weltall und mit richtig bösen Alien-Buben.

Intrigen und Machtpolitik im Sci-Fi-Modus

In Galaktische Mission geht es nicht um Episoden, die durch einen zentralen Helden mal zum Nachdenken anregen und mal Gelächter auslösen, sondern um eine komplexe politische Situation, die von den (diesmal) drei Hauptcharakteren durch ein Paradoxon gelöst wird. Dabei wird nicht nur die Rettung der Erde thematisiert, sondern auch die Transformation des Machkonzeptes der menschlichen Rasse.

Die politischen Diskussionen sind nicht ganz so kurzweilig wie die bisherigen galaktischen Missionen. Dennoch ist es spannend, was für eine abstruse machtpolitische Story hier gesponnen wird. Das Thema des vom Körperlichen entkoppelten Bewusstseins taucht in einer neuen Abwandlung (Geist im Tank) wieder auf und scheint Scalzi zu beschäftigen.

Ein Muss für Scalzi-Fans

Man muss „Galaktische Mission“ nicht unbedingt lesen, aber wer die Bände davor verschlungen hat, hat eh keine andere Wahl, weil er/sie wissen will, wie es weitergeht. Das Buch ist sicherlich keine Empfehlung für Neueinsteiger, aber durchaus ein Muss für alle Scalzi-Fans.
Ich bin jedenfalls gespannt, ob es eine Fortführung gibt und wenn ja, ob diese, wie die ersten fünf Bände, dann wieder den typischen Scalzi-Charakter hat.

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John Scalzi
Galaktische Mission: Roman
Heyne Verlag, 496 Seiten, 9,99 Euro
Kindle-Ausgabe 8,99 Euro

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