Netter Digitalkrimi – mit fundiertem Hintergrund
Netter Digitalkrimi – mit fundiertem Hintergrund (Valery Brozhinsky / shutterstock.com)

Netter Digitalkrimi – mit fundiertem Hintergrund

Es muss ja nicht immer ein Sachbuch sein, um sich auch mit ernstem Hintergrund auseinander zu setzen. Stromversorgung, Kraftwerkssteuerung, Abruf von Nachrichten, Musik und Filmen über das Internet bis hin zu Telefonie und Remote-Arbeitsplatz: Der Einsatz verteilter Technologien bietet uns sinnvolle und ressourcenschonende Konzepte, macht uns aber zugleich angreifbarer gegenüber Sabotage, weil bei Störungen nichts mehr läuft.

Wir fordern strenge Sicherheit zum Schutz unserer digitalen Infrastruktur und zucken zusammen, wenn uns bewusst wird, dass automatisierte Datenerfassung auch unsere privaten Bereiche berührt. Wie viel Überwachung brauchen wir, um unsere Gesellschaft zu schützen und wann droht sie sich gegen uns Menschen zu richten? Krimi-Autor Karl Olsberg kennt sich gut in der digitalen Welt aus und zeichnet seinen Plot mit hohem Fachwissen und einer großen Realitätsnähe.

Enter – der zweite Fall der Cyber-Crime-Truppe beim LKA Berlin

Die schrulligen und nett überzeichneten Charaktere von Hauptkommissar Eisenbergs Sonderermittlungsgruppe beim LKA Berlin kennen erfahrene Leser bereits aus dem ersten Fall Delete von Karl Olsberg.

“Fundierter Thriller über die Folgen von Technologiemissbrauch: #Enter von @KarlOlsberg“

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Der zweite Fall Enter spielt komplett in Berlin. Ein Stromausfall in der Hauptstadt leitet eine ganze Reihe von Anschlägen ein. Augenscheinlich geht es um Drohnen und eine Aktivistentruppe, die auf die Gefahren von zu viel vernetzter Technologie aufmerksam machen will und gegen die zunehmende Abhängigkeit der Menschheit von Technik kämpft. Aber es geht auch um (illegale) Überwachung, Internetterror, Datenschutz, die Rolle des Staates und um die Art von Technik, die unsere Gesellschaft heute schon massiv beeinflusst.

Gesellschaftskritischer Krimi über die dunkle Seite der IT-Welt

Also wie in der ersten Geschichte ein Zwei-Ebenen-Konzept aus Krimi-Plot und gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit einem aktuellen Themenkomplex. Für mich persönlich nicht ganz so faszinierend wie der erste Fall der Sonderermittler, weil die Dimensionen des Technologie-Missbrauchs spätestens seit Snowden allen, die nicht aktiv weghören, halbwegs klar sein sollten.

Spannung und große Expertise

Die Geschichte ist aber auf jeden Fall spannend und lässt sich flüssig lesen. Und ich finde es gut, dass das dunkle Thema der IT- und Machtwelt mit einem solchen Thriller weitere Verbreitung findet und den Menschen bewusst macht, dass es unsere Aufgabe ist, diese neue Welt mit zu gestalten. Die Expertise von Karl Olsberg in den Bereichen IT und Künstliche Intelligenz kommt auch in diesem Band klar rüber und macht Spaß. Von mir gibt es für Enter nach Delete eine klare Leseempfehlung und ich bin gespannt auf den nächsten Fall!

Weitere Lese-Empfehlungen zu den Themenbereichen Digitale Transformation und Entrepreneurship gibt es hier auf meinem Blog oder direkt bei Amazon.

 

Karl Olsberg
Enter: Thriller
Berlin Verlag Taschenbuch, 432 Seiten, 9,99 Euro
Kindle Ausgabe 8,99 Euro

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