Raus aus der Komfortzone
Raus aus der Komfortzone (Foto: CANCOM)

Raus aus der Komfortzone

Ich war noch nie etwas anderes als ein Unternehmer. Mich treibt an, wie man andere Unternehmen mit IT und digitalen Geschäftsmodellen entwickeln und beflügeln kann. Das machen mein Partner Michael Benden und ich seit fast 25 Jahren gemeinsam mit synaix.

Nun habe ich meine Komfortzone verlassen. Und ich kann an dieser Stelle schon einmal sagen: Es fühlt sich richtig gut an.

Es ist ein so einschneidender Moment, dass ich darüber berichte, wie es dazu kam:

Über viele Jahre hinweg haben wir gelernt, IT-Prozesse in Kunden-Organisationen immer effizienter zu gestalten und zu automatisieren. Die gemeinsame Überzeugung von mir und Michael als in Systemen denkenden Physikern war, dass es nur eine ganzheitliche prozessuale Sicht auf die Software-Entwicklung und den IT-Betrieb geben darf. Das haben mit der Zeit immer mehr Menschen erkannt und daraus hat sich die DevOps-Bewegung entwickelt.

Vor sieben Jahren haben Michael und ich ein Element ergänzt und gezeigt, wie man den IT-Betrieb in möglichst langen und durchgängigen Leistungsketten organisieren kann, um den Nutzen für den Kunden zu maximieren.

Aus diesem Leistungsketten-Management hat sich die Erkenntnis entwickelt, den gesamten IT-Betrieb am besten als „as a Service“ Modell zu organisieren und direkt mit dem Geschäftsmodell für den jeweiligen Kunden zu koppeln und abzustimmen. Diese Erkenntnis haben wir als Motto für synaix etabliert „your business as a Service“. Es ist die logische und zwingende Übersetzung der Anforderung der Kunden an ihre Dienstleister und wenn Kunden „as a Service“ denken und arbeiten, dann müssen es auch die Partner tun.

Parallel dazu habe ich mich intensiv mit digitalen Geschäftsmodellen, insbesondere den Plattform-Geschäftsmodellen auseinandergesetzt. Hier kommt das „as a Service“ Denken, die integrative (Leistungs-)Kettenbildung und die Kraft der Plattform-Geschäftsmodelle zusammen und verstärkt sich durch die Netzwerkeffekte massiv – wenn man eine Menge Dinge richtig macht.

Michael und ich haben nicht nur in Kundenprojekten eine Menge Erfahrung zum IT-Alignment in digitalen Geschäftsmodellen gemacht und Kunden unterstützt, das eigene Geschäftsmodell zu digitalisieren. Wir haben uns an weiteren digitalen Plattform-Startups beteiligt oder sie selber mit gegründet. Also haben wir in der Praxis stets verprobt, ob die Theorie von „your business as a Service“ und die Kraft der Plattform-Geschäftsmodelle auch wirklich Wirkung entfaltet.

Außerdem hat es natürlich auch eine Menge Spaß gemacht, sich mit all den Menschen in unserem Umfeld weiter zu entwickeln.

Im letzten Jahr haben wir dann angefangen darüber nachzudenken, ob es nicht noch andere Konzepte gibt, um uns selbst und unsere unternehmerische Umwelt weiter zu entwickeln. Wir wollten nochmal einen wirklich großen und visionären Schritt machen.

Schnell wurde klar, dass man eine Menge mehr und auch anders machen kann, aber das vor allem ein Aspekt ausschlaggebend für die zukünftigen Entscheidungen sein würde:

Sind wir bereit einen Teil unserer unternehmerischen Autonomie aufzugeben, um genau in den Plattform- und Netzwerkumgebungen zu wachsen, die wir selbst immer gepredigt haben?  

Den Unternehmerstatus aufzugeben konnten wir uns vor Beginn unserer Reise, auf die wir uns vor acht Monaten begeben haben, ganz und gar nicht vorstellen.

Die Reise führte uns unter anderem zu internationalen und meist größeren Unternehmern, von denen wir erfahren haben, was sie antreibt, bewegt und was sie suchen. Besonders erstaunt waren wir von Begegnungen mit Unternehmern, die unsere Vorstellungen und Visionen teilen, aber ganz andere Unternehmen aufgebaut haben.

Diese Kohärenz in der Gedankenwelt und dieser gemeinsame Antrieb, mehr aus seinen Überzeugungen zu machen, hat in uns den Gedanken entstehen lassen, dass es eine Riesenchance sein könnte, das eigene Unternehmen in ein größeres einzubringen und in Zukunft mit mehr Gleichgesinnten wirklich Großes zu bewegen.

Kann man auch ohne eigenes Unternehmen Unternehmer sein?  

Den meisten unserer Gesprächspartner gehörte nur ein kleiner Anteil an „ihrem“ Unternehmen. Viele haben sich in den letzten Jahren am Kapitalmarkt Geld beschafft – etwas, was wir die letzten Jahre ja wegen unserer Überzeugung zur Unabhängigkeit eben nicht gemacht haben. Das hält sie aber keinesfalls davon ab, sich als Unternehmer zu fühlen und entsprechend zu handeln.

Auch wir werden als Geschäftsführer weiterhin die Geschäfte führen und die Geschicke der synaix lenken. Nun aber als Teil von etwas Großem, an das wir so fest glauben, dass wir den Großteil unseres Verkaufserlöses in CANCOM investieren. Aber wir investieren nicht nur Geld, wir bringen auch unsere Ideen und unsere Innovationskraft mit ein und gestalten so auch hier. – Eben nur größer und schneller.

Unser Wissen und unsere Erfahrung beim Aufbau von Plattform-Geschäftsmodellen zusammengeführt mit der Kompetenz von hochskalierenden IT-Prozessen. – Damit werden wir den Deutschen Mittelstand digitalisieren.

Eine schöne neue Komfortzone und Ausgangspunkt für neue visionäre Entwicklungen!

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