Warum massives Sammeln von Daten immer zu Datenmissbrauch führt
Warum massives Sammeln von Daten immer zu Datenmissbrauch führt (Bild: TheDigitalArtist/pixabay.com)

Warum massives Sammeln von Daten immer zu Datenmissbrauch führt

Das Sammeln von Informationen und unseren Daten hat für uns Menschen nicht erst im digitalen Zeitalter einen negativen Beigeschmack; die Erinnerungen an die totalitären Regimes in Deutschland sind noch in den Köpfen präsent. In seinem Roman NSA – Nationales Sicherheitsamt führt Andreas Eschbach uns in ein solches Szenario, eine fiktive Welt des National-Sozialismus während der Kriegsjahre. – Nur dass in seiner Welt die Komputer (nein, das ist kein Schreibfehler ;-)) schon ähnlich weit entwickelt sind wie heute; es existieren Handys, die zugleich als Wanzen fungieren und das Bargeld wurde durch die Bezahlung mit dem Handy abgelöst.

Die Protagonisten seiner Geschichte arbeiten im “Nationalen Sicherheits-Amt” (NSA). Egal aus welchen Beweggründen: nicht nur der NS-Staat missbraucht die Macht, die er dank der umfassenden Daten über jeden Bürger hat. Auch die Protagonisten treiben mit ihrem persönlichen Zugang zu den persönlichen Daten ihrer Mitmenschen Schindluder in einer nicht zu entschuldigenden Art.

Die Warnung von Eschbach ist klar: Alle Daten, die gesammelt werden, werden wir Menschen irgendwann einmal missbrauchen. Es geht um den persönlichen Vorteil; auch wenn der noch so nachvollziehbar erscheint, weil man sich mit dem Zugang zu Daten seiner Mitmenschen besser gegen ein totalitäres Datenregime wehren kann. – Es ist und bleibt Datenmissbrauch.

Daten und Menschenwürde

Und wir Menschen verlieren unsere Würde, die unantastbar sein sollte, wenn wir das Sammeln und Verbinden von Daten zulassen. Ein Schritt ergibt den anderen. Die Warnung von Eschbach an uns alle ist klar: Das massive staatliche Sammeln und Verbinden von Daten führen immer in unseren Untergang – als Gesellschaft und als Individuum.

Auch wenn aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass unser freier Wille eine gewisse Utopieist, so ist doch klar, dass wir in einer manipulierten Umwelt nur ein unfreies Leben führen können, das nicht lebenswert sein kann.

Die deutschen Begriffe in der Welt der englischen Fachtermini sind skurril und verstärken den Eindruck der Unwirklichkeit der von Eschbach geschaffenen Welt: Daten-Silos statt Cloud-Speicher, die Programmiererin wird zur Programm-Strickerin und Standard Abfrage Sprache heißt SAS statt SQL.

Wie können wir uns vor staatlichem Datenmissbrauch schützen?

Letztlich stellt Eschbach mit seiner Fiktion die Grundfesten der Gewaltenteilung unserer Demokratie in Frage: Reicht die Trennung der staatlichen Gewalten in die Bereiche Legislative, Judikative und Exekutive aus, um uns in Zukunft vor staatlichem Missbrauch zu schützen? Oder müssen wir uns ein neues Konzept für jegliche Form des Daten-Sammelns überlegen, um eine Welt des NSA (Nationalen Sicherheit Amtes) in Zukunft zu verhindern?

Und: hat der NSA-Skandal in den USA nicht schon längst gezeigt, dass Eschbachs Roman eben genau keine Fiktion ist, sondern sich bereits ereignet hat? – Nämlich nicht 1940, sondern 2010.

Eine fesselnde und verstörende Geschichte, die die Grenzen zwischen Fiktion und Realität immer und immer wieder verwischt und dadurch so nahe geht.

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Andreas Eschbach
NSA – Nationales Sicherheits-Amt: Roman Bastei-Lübbe, 800 Seiten, 22,90 Euro
Kindle-Ausgabe 16,99
Audio-Book 16,95 Euro

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