Was wurde aus den großen Themen für 2018 wirklich?
Was wurde aus den großen Themen für 2018 wirklich? (Bild: TerezaLexova172/ pixabay.com)

Was wurde aus den großen Themen für 2018 wirklich?

Schwupps, schon wieder ist ein Winter/Sommer/Winter-Zyklus fast vorbei. Wir wissen dabei nicht genau, ob wir Sklaven einer zeitlichen Skala sind, oder ob uns die zyklische Abfolge einen Halt und Orientierung gibt oder geben sollte.

Schwimmen wir mal nicht allzu sehr gegen den Strom und lassen einige der Vorhersagen für 2018 Revue passieren.

Blockchain – was am Ende des Jahres bleibt

Inzwischen haben es nicht nur die Techis, sondern auch die Herde an den Börsen gemerkt: die Party der Kurs-Euphorie ist vorbei, wie die Halbierung des Kurses im Zeitraum von Anfang Juni bis Dezember 2018 zeigt.

Im April habe ich versucht, herauszufinden, was nach dem Blockchain Hype als Substanz übrigbleibt: Ob sich Blockchain in den nächsten Jahren tatsächlich als Infrastruktur für digitale Geschäftstransaktionen etablieren wird und damit alle intermediären Geschäftsmodelle disrumpieren kann, die auf zentralen Vertrauenskonzepten basieren, ist eine realistische Möglichkeit. Doch sie hängt wesentlich von der Einigung auf ein einheitliches und offenes Format ab.

Edge Computing – der Hype bleibt aus

Die bekannten Hardwarehersteller sind in das Jahr 2018 mit großen Hoffnungen auf das Edge Computing gestartet. Die These ist, dass es sich bei Cloud-Anbietern um eine Mega-Zentralisierungsbewegung handelt und darauf per Logik wieder eine Dezentralisierungs-Bewegung folgen sollte – also das Edge Computing.

In der Businesswelt geht es aber nicht nur darum, wer die Produkte herstellt und verkauft, sondern unter welcher Kontrolle das Geschäftsmodell steht. Schlecht für die Hardwarehersteller ist, dass auch die Rechner am Edge unter eine zentralen algorithmischen Kontrolle stehen werden und damit ein hoher Margendruck existiert. – also läuft es auf die Frage hinaus „Zentral, dezentral oder doch egal?“.

Buzzword Digitalisierung

Nachdem nun auch Traditionsunternehmen wie die Sparkassen das Thema Digitalisierung für den deutschen Mittelstand besetzen, ist es an der Zeit, mit dem Buzzword Bingo aufzuhören und konkrete Vorgehensweisen vorzustellen. Aus der Erfahrung vieler Projekte gibt es hier einen konkreten Bauplan und eine Vorgehensmodell für die eigenen Digitalisierungs-Initiativen.

Zalando – eine Enttäuschung für die Deutschen Anleger?

Hängt für deutsche Anleger letztlich alles an der Ausschüttungsoffensive? Oder gibt es doch noch Menschen, die bereit sind, echte Digitale Geschäftsmodelle zu erkennen und sich vom Herdentrieb freizumachen und Unternehmen wie Zalando zu würdigen, das lieber in den eigenen Geschäftsausbau investiert als sich auf die Rendite der Anleger zu konzentrieren?

Dazu habe ich ein paar kritische Gedanken geäußert zu der Frage, ob deutsche Anleger überhaupt echte digitale Geschäftsmodelle erkennen und würdigen können.

Welches Startup braucht wirklich Venture Capital?

Das gilt auf Anlegerseite ebenso, wie auf Seiten der Gründer: Nicht jeder Gründer hat ein Raketen-Geschäftsmodell, das mit Venture Capital geboostet werden kann und sollte.

Wer ein Ingenieurbüro aufmachen möchte, sollte zur Bank gehen und nicht dem Venture Capital hinterherlaufen. Leider hat sich zu dem Thema eine echt schräge Kultur der Kostümpartys etabliert. Also Gründer, findet heraus, was Ihr wirklich wollt!

 

Und wenn wir die aktuellen Trends der Vorhersage-Orakel betrachten, sollten wir uns bewusst machen, dass sich Digitalisierung zunächst in den Köpfen der Menschen abspielen muss und es mit dem Einsatz schöner neuer Produkte allein nicht getan ist.

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