Wie wir angesichts von Brainhacking unsere Autonomie erhalten können

6. Juni 2018

In ihrem neuesten Buch „Mein Kopf gehört mir: Eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhacking“ sucht Miriam Meckel in 14 Stationen nach den aktuellen Möglichkeiten, wie wir Menschen unseren Geist und die irdischen Beschränkungen der Natur mit Hilfe modernster Technologien erweitern und überwinden können. Jede Station verkörpert dabei einen Schritt, den Meckel selbst in die Welt der Optimierung von Körper und Geist unternommen hat – entweder durch umfangreiche Recherchen oder in Form von Selbstversuchen.  

Die unendliche Optimierung 

Wir Menschen versuchen seit Urzeiten unsere Möglichkeiten mit Hilfe von Technologie zu verbessern. Haben wir in den 1960er Jahren noch Drogen ausprobiert, um unser Bewusstsein zu erweitern, so gibt es heute im Bereich digitale Technologie Ideen, mit Elektroden außerhalb oder innerhalb unseres Kopfes Areale zu stimulieren oder Gedanken direkt aus unserem Gehirn auszulesen. Brainhacking soll uns und unser Denken schneller, präziser und besser machen.  

Wohin führt uns diese Welt der Selbst-Optimierung, die mittlerweile nicht einmal mehr vor diesem weitestgehend unbekannten Körperteil Kopf Halt macht? Egal ob weniger Schlaf oder die gezielte Verbesserung einzelner menschlicher Eigenschaften – es scheint nichts zu geben, an dem nicht gefischt oder experimentiert wird. Und wenn man all diese Versuche, Experimente und Tests in so geballter Form vor sich aufbereitet sieht, dann wird einem angst und bange ob der naiven Unvernunft, mit der wir Menschen immer ein Stückchen weiter kommen wollen – alles unter dem Deckmantel der Erkenntnis. In Wirklichkeit aber treibt uns doch nur das Verlangen, ein Stückchen besser zu sein als der Arbeitskollege oder Mitlesende.

Grenzen setzen 

Die Vision, an der aktuell geforscht wird, nämlich die vielen menschlichen Gehirne zu einem großen Mensch-Maschine-Hirn zusammenzuschalten, kann kein Erfolgsmodell der Menschheit werden. Es ist klar abzusehen, dass wir Menschen unseren freien Willen verlieren werden, wenn in immer direkterer Form Einfluss auf unser Gehirn und damit auf unser Denken, unsere Wahrnehmung, unsere Gefühle und unser Bewusstsein genommen wird. Und es wird auch deutlich, dass die Möglichkeiten zur Manipulation unseres Geistes und damit auch unserer Autonomie immer wahrscheinlicher und auch immer subtiler werden. 

Aktiv werden für unsere Autonomie 

Mit ihren 14 Stationen zeigt uns Miriam Meckel nicht nur das auf, was heute im Bereich Brainhacking alles machbar ist; sie umreißt auch die Grenzen, über deren Einhaltung wir wachen sollten, damit wir nicht zu Sklaven der Technologie werden. Vier Thesen bilden dazu – ähnlich dem Datenschutz – ein erstes konkretes Konzept, das dem Schutz unseres Hirns und dem Erhalt unserer Autonomie in einer immer komplexeren Welt dienen soll. 

Ein wirklich tolles Werk, das nicht nur den aktuellen Wissensstand zur technologischen Manipulation unseres Hirns widerspiegelt, sondern uns auch ein Werkzeug-Set an die Hand gibt, mit dessen Hilfe wir sowohl für unsere Autonomie und digitale Souveränität als auch für unser Bewusstsein kämpfen können. Klarer Lesetipp!

Weitere Lese-Empfehlungen zu den Themenbereichen Digitale Transformation und Entrepreneurship gibt es hier auf meinem Blog oder direkt bei Amazon.

Miriam Meckel
Mein Kopf gehört mir: Eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhacking
Piper Verlag, 288 Seiten, 22,00 Euro
Kindle-Ausgabe 18,99 Euro 

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