Enttarnung der Geheim-Mission “Startup Struktur-Aufbau” im Rheinland

Enttarnung der Geheim-Mission Startup Struktur-Aufbau im Rheinland (Bild: Norbert Waldhausen/pixabay.com)
Enttarnung der Geheim-Mission Startup Struktur-Aufbau im Rheinland (Bild: Norbert Waldhausen/pixabay.com)

Gibt es einen Grund, warum es im Rheinland zwar eine Kaderschmiede der Gründerszene gibt, aber keiner darüber spricht? Gibt es einen Grund, warum rheinländische VC-Fonds vor allem außerhalb der Heimat unterwegs sind? Und was sind die Gründe, warum zahlreiche Menschen aus dem Rheinland der Bundespolitik einflüstern, dies aber keine Auswirkungen auf die Gründungs-Strukturen im Rheinland hat?

Man könnte meinen, dass Florian Rinke mit seinem Buch Silicon Rheinland: Wo die Wiege der deutschen Start-up-Szene wirklich liegt geheime Machenschaften und Verschwörungstheorien aufdecken möchte. Aber der teils heitere Ton, die umfangreichen Recherchen mit Quellenangaben und persönlichen Anekdoten passen nicht so recht in dieses Genre. 

So ist dieses Buch vor allem deshalb lesenswert, weil es in liebenswerter und heiterer Form all die kleinen Krümel und Samen digitaler Geschäftsmodelle aufspürt, aus denen wirtschaftlich und unter „normalen“ Erfolgs-Gesichtspunkten schon etwas geworden ist, und deren Bezug zu unserer Heimat, dem Rheinland, herstellt. Allein das ist ein kurzweiliger Zeitvertreib, den man genießen kann.

Einfach mal machen, klüngeln und drüber reden

Das fühlt sich patriotisch gut an und bietet die Chance, die Kräfte zu mobilisieren und zu vereinen, die heute im Rheinland bereits vorhanden sind, aber bisher alleine vor sich hinwursteln.

So hat das Buch jenseits der Kurzweiligkeit eine Reihe von Adressaten und schafft damit Chancen:

  • Es ist ein Buch, das Gründern im Rheinland Mut macht, weil man auch als Rheinländer eine Chance hat, sowohl in der Heimat als auch in den angesagten Metropolen ein Unternehmen zu gründen, zu entwickeln und vor allem überregional erfolgreich zu machen. Und das eben auch – oder gerade wegen – der fehlenden Unterstützung durch Institutionen.
  • Aber es ist auch eine Hommage an die Demut, die Dinge selbst im Kleinen in die Hand zu nehmen und zu regeln.
  • Das Buch ist ein Aufruf an erfolgreiche Unternehmer, sich zu Netzwerken zusammenzuschließen, um das Rheinland als attraktive Digital-Region für helle Köpfe in der Welt bekannt zu machen.
  • Überregionale Kapitalgeber können sich in Zukunft fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, junge Startups aus dem Rheinland nach Berlin oder München zu entführen.
  • Die Universitäten sehen vielleicht noch einmal die Chancen, in unserer Region etwas gemeinsam – Standort- und Fächer-übergreifend – zu organisieren.
  • Und vielleicht gibt es ja Politiker unter den Lesern, die nach der Lektüre Lust verspüren, die strukturelle Weichenstellungen für eine neue Gründer- und Unternehmer-Kultur im Rheinland zu schaffen.

Nach dem Lesen verspürt man Heiterkeit, aber auch einen Wehklang. Ist es vielleicht doch Sarkasmus ob der vielen verpassten Chancen, aus dem Rheinland eine zukunftsfähige Digital-Region mit Aufbruchstimmung für Gründer und Unternehmer zu machen? Nein, es ist vor allem ein heiter-verzweifelter Weckruf mit ersten konkreten Lösungsvorschlägen, was wir in unserer Region in Zukunft besser machen können. Also ein echt rheinischer Ansatz, sich den Themen Startup-Kultur und Unternehmergeist zu nähern.

Weitere Lese-Empfehlungen zu den Themenbereichen Digitale Transformation und Entrepreneurship gibt es hier auf meinem Blog oder direkt bei Amazon

Florian Rinke
Silicon Rheinland: Wo die Wiege der deutschen Start-up-Szene wirklich liegt
Redline Verlag, 272 Seiten, 19,99 Euro
Kindle Ausgabe 15,99 Euro

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