Neue Gesellschaft und Macht: Der Mensch in einer fernen Galaxie
Neue Gesellschaft und Macht: Der Mensch in einer fernen Galaxie (skeeze / pixabay.com)

Neue Gesellschaft und Macht: Der Mensch in einer fernen Galaxie

Wie wird eine Gesellschaft aussehen, wenn wir Menschen es schaffen sollten, andere Planeten in anderen Sternsystemen zu besiedeln? In seinem neuesten Buch „Kollaps – Das Imperium der Ströme“ hat John Scalzi die Menschheit die Ströme entdecken lassen, die sozusagen Abkürzungen von einem weit entfernten Planeten zum anderen sind und so Reisen, die sonst Lichtjahre brauchen würden, in x Monaten ermöglichen.

Die neue Gesellschaft

Auf Basis dieser neuen Möglichkeit hat die Menschheit ein neues Gesellschaftssystem errichtet: Mit Kasten, einer sehr speziellen Religion, einem Kaiser, Adligen und einem komplexen Handelssystem mit Monopolen. Auch wenn wir selbst in diesem System nicht leben wollten (zumindest in den meisten Rollen), so lässt uns Scalzi doch hautnah in diese Welt eintauchen und mit diesem gleichzeitig entfernten und intimen Blick entdecken wir viele Details, die uns zum Schmunzeln bringen.

Die neue Zählweise des Imperiums der Ströme macht deutlich, dass die Klone-Saga abgeschlossen ist. Mit Kollaps hat Scalzi seine neue Leidenschaft, über menschliche Intrigen und Abgründe in etwas anderen physikalischen Umgebungen zu schreiben, weiter verfeinert. Er nimmt den Leser mit in diese mögliche ferne Welt und zieht ihn in den Bann seiner Protagonisten.

“Rasantes Sci-Fi voller Action und Intrigen“

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Machtverteilung

Neben dieser wirklich spannenden Geschichte geht es in Kollaps aber auch darum, wie wir Menschen stabile Gesellschaften erschaffen oder konstruieren können. Wie viel Autonomie braucht das Individuum, wie viel Autonomie eine menschliche Gemeinschaft? Wie kann man ein zentrales Machtsystem am Leben erhalten, wenn der Transport von Waren und Informationen Monate benötigt und nicht wie auf unserer Erde in Sekunden oder Tagen zu erledigen ist? Wie können Anreizsysteme für Macht und Wirtschaft in einem solchen Universum aussehen?

Dabei wird mehr als klar: Wir Menschen konstruieren solche Systeme immer, um eigene Macht und Vorteile zu erhalten. Und wenn sich dann die Umgebungsvariablen ändern, ist mit Glück nur unsere Macht in Gefahr – oder im schlechteren Fall die gesamte Menschheit.

Der ab und zu etwas vulgäre Sprachgebrauch steht beinahe im Widerspruch zu Scalzis vielen tiefsinnigen Anspielungen. Aber irgendwie passt alles zusammen und bietet einen absolut spannenden Roman in einer fernen Zukunft mit einer im Kern unveränderten Menschheit. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

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John Scalzi
Kollaps – Das Imperium der Ströme 1: Roman
FISCHER Tor, 416 Seiten, 14,99 Euro
Kindle-Ausgabe 12,99 Euro

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